Wissenshub · Pillar
Agenten-Vollmachten
Das Fundament: Was eine Vollmacht für KI-Agenten ist, wie sie entsteht, wirkt und endet.
Was ist eine Agenten-Vollmacht?
Eine Agenten-Vollmacht ist eine maschinell prüfbare, juristisch gefasste Erklärung einer Rechtsperson, dass ein bestimmter KI-Agent definierte Handlungen in ihrem Namen vornehmen darf — begrenzt nach Aktion, Betrag, Frequenz, Gegenpartei und Zeit, jederzeit widerrufbar, beidseitig beweisbar.
Der Kill Switch: Widerruf als Grundrecht des Mandanten
Der Kill Switch ist das nicht verhandelbare Element jeder Agenten-Vollmacht: Die mandatsgebende Person kann jede Befugnis jederzeit, ohne Begründung und mit Sofortwirkung beenden — global wirksam in unter einer Sekunde, auch im degradierten Systemzustand.
Eskalation: Wenn der Mensch entscheiden muss
Eskalation (Step-up) ist der Mechanismus, der Autonomie und Aufsicht versöhnt: Unterhalb der Schwelle handelt der Agent allein; ab der Schwelle wird die mandatsgebende Person gefragt — mit Kontext, Timeout (600 Sekunden) und deny als Default.
Vier-Augen-Prinzip: Org-Mandate mit Zeichnungslogik
Organisationen bevollmächtigen anders als Privatpersonen: Ab einer definierten Schwelle braucht ein Org-Mandat zwei zeichnungsberechtigte Signaturen — und diese Regel muss erzwungen sein, nicht empfohlen.
Constraints: Betrag, Frequenz, Geo, Zeitfenster
Constraints machen aus einer Pauschal-Erlaubnis eine präzise Befugnis: pro Aktion und Periode begrenzte Beträge (atomar reserviert gegen Race Conditions), Frequenz-Limits pro Tag oder Monat, Geo-Whitelists nach ISO-3166 und UTC-Zeitfenster.